Dienstag, 20. Dezember 2016

Alle Jahre wieder

...kehrt das Licht zurück, wird die Sonne wiedergeboren, feiern wir Mittwinter. So auch morgen. Pünktlich angesichts dieser festlichen Ereignisse (Zufall?) überkam mich der Drang, mit langsamen Schritten auch mal wieder in die Welt hinaus zu gehen. Kleinbloggershausen meine ich selbstverständlich. Wobei ich allgemein seit einer Weile eher das heimische Schneckenhaus hüte. Winterschlaf eben, Innenschau, Ruhephase. Ich brauch(t)e das. Und finde diese Tatsache inzwischen vollkommen in ordnung. Alles im Leben hat seine Zeit. Sehen wir ja sehr schön am Jahreskreis. 

In den letzten Monaten passte mir das alles mit dem Bloggen nicht mehr. Fotos poste ich tagtäglich auf instagram, da brauche ich nicht noch hier jeden Kaffee und jedes Wölkchen her zu zeigen (überzogen jetzt), aber so fühlte es sich an. Auch wenn ich sehr gerne stimmungsvolle Bilder von Kaffee oder dem Himmel sehe. Es war im Laufe der Zeit so starr geworden. Ich war es, die starr geworden war. Ich blogge nun an dieser Stelle seit über vier Jahren und habe auch nicht vor das aufzugeben. Darüber war ich mir längst nicht mehr ganz sicher gewesen. Es fühlte sich nicht mehr lebendig an, die Freude fehlte. Ich wußte zwar dass ich eigentlich Freude empfinden müßte, weil ich an der Seite hier doch so sehr hänge. Aber sie mochte sich nicht mehr einstellen, wann immer ich mein Laptop zur Hand nahm. Und das ging schon eine ganze Weile so. Doch ich mochte mir das nicht eingestehen. Nicht dass es sich direkt falsch anfühlte, nur irgendwie leer. Alltagspostings und Standardgeschichten, mehr war es nicht mehr. 

Das hatte sich eingeschlichen und ich konnte es nicht verhindern. Weil es sich in mich eingeschlichen hatte. Ich kann nicht sagen ob mir die Inspiration fehlte, die Muse mich nicht mehr küßte oder etwas in der Art. Es hätte sogar Themen gegeben, die es mir wert gewesen wären, wirklich wert, darüber zu schreiben. Spirituelle Dinge, tiefsinnige Dinge. Aber ich fand die Worte nicht. Der Funke war nicht mehr übergesprungen. Ich konnte den Dreh nicht kriegen, diesen Computer hochzufahren und drauf los zu tippern. Vielleicht wollte ich es nicht mehr fließen lassen. Denn da waren auch Dinge in mir, mit mir los, die ich nicht erzählen wollte. 

Ich weiß eigentlich nicht ob ich nicht wollte, oder es schlicht nicht konnte. In der Vergangenheit hatte ich immer Wege gefunden die Geschichten aus meinem Leben zu erzählen, ohne ZU sehr ins Detail zu gehen. Ohne es ZU privat werden zu lassen. Jeder hat da seine eigene Sicht dazu. Ich kann nur meine eigenen Maßstäbe beurteilen. Diese Waage hatte ich für mich gehalten und war damit glücklich. Spirituelles mischte sich mit Mädchenkram, Alltagserfahrungen, Büchern, Kaffee- und Katzengeschichten. Das hab ich wohl nicht mehr hingekriegt. Wollte manches erzählen und dann wieder doch nicht. Wollte Bilder zeigen und dann wieder doch nicht. Schließlich kann man die auf instagram anschauen, wenn man möchte. Und meine Rezensionen hüten die Amazonen. Braucht nicht gleich jede gelesene Seite hier auch noch verwurstet zu werden. So sehe ich das jetzt. Zumal wenn sonst nichts mehr kommt.

Also vorerst keine Buchvorstellungen mehr. Weil ich schlicht keine Lust drauf hab momentan. Ich kann Euch sagen dass ich in den letzten Wochen ein ganz fabelhaftes Buch gelesen habe. Eines der besten überhaupt, die ich mir über magische Systeme je zu Gemüte geführt habe. Ein Buch über Runen. Mein magisches Thema in den letzten Monaten schlecht hin. Damit bin ich jetzt schon eine ganze Weile dran. Hab sie aufgesogen, regelrecht studiert, um nicht zu sagen ausgebrütet. Und der Autor: Genial! Er schreibt schnodderig. Wie er am Lagerfeuer erzählen würde, sagte meine Freundin neulich. Ich mag das. Jeder könnte es lesen und jeder könnte es verstehen, wenn er denn wollte oder auch sie. Er beschreibt die Runen als geschlossen Kreis des Lebens. Ähnlich wie die Reise des Narren im Tarot, könnte man sagen. Ähnlich. Nicht so. Eigentlich liefert Duke Meyer einen kompletten Lebens- und gleich dazu Gesellschaftsentwurf. Er erklärt das Leben regelrecht. Wie es funktioniert. Eine Entstehungsgeschichte, ein sich ewig wandelnder Kreislauf. Hach, ich komme ins Schwärmen. Jedenfalls spricht er mir aus der Seele, hat mich inhaltlich umgehauen und mir einen Aha-Höhepunkt nach dem nächsten abgerungen. Die Themen sind so vielfältig und ganz nebenbei lernt frau sehr viel über germanische Mythologie. Auf unterhaltsamste Weise.


So, nun wisst Ihr es. Und wenn Euch das Gesagte angesprochen hat, dann kauft es. Kauft es und lest es, taucht darin ein. Genießt die Reise und seht die Welt danach auf eine... größere, vollständigere Weise. Das mag als Vorstellung zunächst genügen. Mir jedenfalls. Über meine Arbeit und Erfahrungen mit den Runen wollte ich längst schon mal geschrieben haben. Fand aber den Anfang nicht. Weil ich so lange sonst schon nichts mehr geschrieben hatte. Als ob das eine Rolle spielen würde. Ich mache doch die Regeln, verdammte Hacke. Und ich hatte leider im Laufe der Zeit sehr strenge Regeln für mich entwickelt, unmerklich, versteht sich wohl von selbst. Nicht nur hier auf dem Blog, sondern für mich generell. Für mein Leben. Klar dass es sich auch an meiner virtuellen Homebase bemerkbar machen mußte. Natürlich hab ich es zuletzt gemerkt.

Nun teste ich mal aus wie ich mich und meine Welt hier in Zukunft gestalten möchte. Schreiben wenn ich Lust dazu habe. Und auch noch die passende Zeit oben drauf. Sonst geht´s ja nicht. Damit werde ich mir keinen Stress mehr machen, denn Stress hatte ich zur Genüge in den vergangenen Jahren. Auch diesen Umstand habe selbstverständlich ich zuletzt bemerkt. Meinem Körper war es übrigens eher aufgefallen. Aber das ist eine andere Geschichte. Also werde ich vermutlich in der nächsten Zeit was über Runen(magie) schreiben. Wenn mir danach ist.

Wieder versuchen alles was ich tue aus purer Freude daran zu tun. Das war mir abhanden gekommen. An vielem, nicht nur am Bloggen. Jetzt macht mir Kochen wieder Spaß oder meine Zeitschriften zu lesen. Generell lese ich schon wieder mehr. Und nun schreibe ich anscheinend auch weiter. 
Bei vielen anderen Bloggerinnen habe ich erlebt dass sie anläßlich solcher Phasen ihres Lebens den Blog dicht gemacht, aufgegeben oder gewechselt haben. Aber das möchte ich nicht und darüber war ich mir in einer Art auch die ganze Zeit über klar gewesen. Die letzten vier Jahre hier gehören schließlich zu mir, ebenso wie die letzten 36. Das wird sich nicht ändern. Das Niedergeschriebene hat nicht seine Gültigkeit oder seinen Platz in meinem Leben verloren, nur weil ich es zukünftig anders machen möchte. Es wandelt sich halt, so wie ich schon seit einigen Jahren in einem beachtlichen Wachstumsprozess zu stecken scheine.  


Heute fühle ich einen leisen Kitzel, der mir signalisiert dass es bald wieder an der Zeit sein mag, den Kokon zu verlassen. Nicht dass ich plötzlich vollständig geheilt bin oder es sein werde. Dennoch langsam aber sicher, Schritt für Schritt. Dann wird auch der Rest sich finden, wenn ich mich gefunden habe. Ich bin immernoch derselbe Mensch und doch nicht ganz dieselbe Frau. Dass jemand sich komplett ändert, daran glaube ich nicht. Wir bleiben die Alten, doch wir werden neu und stärker als zuvor. Wir wandeln uns, entwickeln uns weiter. Und sehen mitten im Prozess häufig gar nicht ab wie umfassend das Ganze sein wird. Wir verarbeiten Dinge, ich verarbeite Dinge. Wir passen uns an, gestalten uns, nehmen Gestalt an. Und vermutlich ist das okay.
  
Wenn die Göttin es will - wenn ich es will - dann lesen wir uns in den nächsten Tagen wieder. Und wenn nicht, dann eben erst in einigen Wochen. Wir werden sehen. Doch, es ist sehr stimmig und atmosphärisch zum Julfest wie neugeboren zu sein. Habt ein frohes Fest, magische Rituale, schöne Feiertage, gutes Essen, fröhliche Stimmung und viel Frieden, inneren Frieden, wie stürmisch diese Welt im Außen auch sein mag!  

Freitag, 7. Oktober 2016

Freitags-Füller #158

1.  Auf einmal ist es  Herbst - was sagt man dazu...
2.   Dennoch hab ich grad keine Socken an meinen Füßen .
3.  Die Wettergötter möchte ich gerne mal fragen, ob sie uns nicht dieses Jahr wenigstens mal ein weißes Weihnachtsfest schenken können.
4.  Herbstferien hatten mein Mann und ich diese Woche.
5.  Schon so lange steht im Vorratsschrank eine Backmischung für Brot von meiner lieben Silberweide, das möchte ich langsam aber sicher wirklich endlich mal backen .
6.  Ich habe den Eindruck, jedes Jahr vergeht noch schneller als das davor.
7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf irgendwas Unterhaltsames in der Glotze, morgen habe ich  einige Einkäufe geplant und Sonntag möchte ich den Haushalt machen (bzw. muß)!


Endlich auch mal wieder ein Freitags-Füller, 
Mensch wie hab ich das vermisst!
Habt ein herbstlich-gemütliches Wochenende
und lasst es Euch gut gehen!

Wer auch mal mit-füllseln möchte findet die Vorlage übrigens > hier <

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Mond - Tanz - Magie

Langsam aber sicher möchte ich mich wieder einfinden in den (Blogger-)Alltag. Heute eröffne ich die Runde mit einem weiteren Buch meiner Lieblings-Autorin Luisa Francia. Es wurde in dem Jahr geschrieben, als ich eingeschult worden bin und hat seit dem nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt. Ganz im Gegenteil ist für mich die innere Einkehr und das Wandeln auf den alten Pfaden wichtiger denn je. Umso verrückter die Welt dort draußen manchmal scheint, desto dringender brauchen wir fixe Angelpunkte im Leben, Fragen nach dem Sinn, die Orientierung am Jahreskreis und somit der Natur um uns herum. Genau davon handelt das Buch. Es führt uns durch die 13 Mondumläufe, vorbei an den acht großen Festen, dem Wirken und Wechseln der Jahreszeiten. Hält uns vor Augen wer wir sind und wie wir sind, macht es möglich sich selbst zu entdecken. Immer aufs Neue, jedes Jahr wieder. 

Auf den Inhalt bin ich wie üblich bei den > amazonen < nochmal genauer eingegangen. Irgendwie passt es ganz prima in die dunkle Jahreshälfte, wie ich finde. Nun, wo die Schleier langsam dünner werden und wir uns dem Hexenneujahr annähern, macht es doch Sinn in sich zu gehen und so eine Reise ins Ich anzutreten. Wie immer habe ich an dieser Stelle auch noch ein paar tolle Zitate von Luisa parat, um Euch den Inhalt des Buches noch ein wenig näher zu bringen:

"Du kannst einen Wetterzauber machen (wenn Du es kannst),
aber das Naturgesetz der Jahreszeiten wirst Du nicht verändern." 

"Kinder sind dieser Kraft noch am nächsten,
wenn sie in Wolken Gestalten endtecken, wenn sie aus Schatten
geheimnisvolle Ereignisse lesen. Jede banalste Begebenheit
im Alltag kann zum Orakel werden, wenn du es verstehst."

"Im Märchen begegnen wir der Kraft der Sphinx,
wenn drei Aufgaben gestellt werden,
wenn drei Fragen beantwortet werden müssen.
Diese Prüfung ist der Durchtritt zu deiner ganzen Persönlichkeit:
Danach bist du im Körper, aber auch im Spirituellen heil und ganz."

"Begegne der Lilith in dir, denn du wirst nicht um sie
herumkommen, und es ist not-wendig, daß du sie kennst,
daß du die eigene Gewalt kennst: die Grausamkeit,
zu der du fähig bist."

"Wirkliche Hexen konnten FÜHLEN, welche Kräuter
welche Zustände beeinflussen, heilen, ändern.
So gab es die Tradition, den eigenen Initiationstee zu sammeln,
zu trocknen und zu trinken."

"Der Kreis, den du ziehst, zeigt dein Eingreifen in die Realität.
Das Ziehen eines Kreises ist eine grundsätzliche magische Handlung."

"In der Magie liegt die wirkliche Macht im Schatten.
Wenn du dir also nicht wirklich über deine Eifersuchten,
Machtgelüste, Schwächen, über Neid, Mißgunst, Hass 
und Verachtung im Klaren bist, übernehmen diese Kräfte
die Macht und lösen ihre Eigendynamik aus."

"So lange du Auslöser von Ereignissen nur außerhalb von dir suchst,
bewirkst du wenig. Du kannst nur reagieren.
Wenn du Verantwortung übernimmst, beginnst du eigenständig
zu agieren, zu gestalten, Form zu geben.
Du entschließt dich und materialisierst dann deine Vision." 



Mittwoch, 21. September 2016

Merry Mabon!


Ihr Lieben, bevor Ihr noch denkt ich hätte das Bloggen ganz eingestellt - so ist es nicht. Ab Oktober solltet Ihr langsam aber sicher wieder etwas mehr an dieser Stelle von mir hören. Heute daher erstmal gar nicht viel, denn ich bin müde. Wenn auch müde und zufrieden. Ich wünsche Euch allen, die mir hier treu geblieben sind, auch wenn es so ruhig geworden ist, ein gesegnetes Fest der zweiten Ernte und hoffe dass sie reich ausfällt in diesem Jahr. Seid froh, blickt mit Zuversicht und hoffentlich friedlich in Euren Herzen auf die dunkle Jahreszeit.

 
Gerade heute haben die Wettergötter es gut mit uns gemeint. Die Sonne schien, es war mild, geradezu warm für den fortgeschrittenen September. Dennoch läßt der Herbst sich nicht leugnen. Auf dem Altar haben sich Heidekraut und Kastanien eingefunden, frische Schnittblumen haben bereits nach wenigen Tagen die Köpfe hängen lassen. 

 
Am frühen Abend konnte ich die Gunst der Stunde nutzen, um einige vorbereitende Handgriffe in meinem kleinen Balkon-Hexengarten zu machen. Die ersten Sommerblumen, die über waren, sind in einem blauen Sack gelandet, vertrocknete Blüten wurden gezuppelt, Unkraut zwischen den Bodenplatten gerupft. In den nächsten Tagen werde ich Chrysanthemen und noch mehr Heidekraut besorgen, vielleicht lassen sich auch sonst noch ein paar nette Gesellen für einen frohen After-Summer aufstöbern. Zum ersten Mal möchte ich in diesem Jahr also eine Herbstbepflanzung machen. Winterfeste Schönheiten, damit draußen vor den Fenstern nicht der Gesamteindruck so trist und traurig wird. Müssen ja nicht alle Töpfe neu bezogen werden. Sowieso schlagen sich einige Blumen und Sträucher noch wacker, so dass sie auch in Ruhe weiter vor sich hin blühen dürfen.


 
In den letzten Jahren habe ich da echt geschludert. Sobald es kalt, früh dunkel und regnerisch draußen wurde, konnte ich mich nicht mehr zur Pflege meiner pflanzlichen Schützlinge aufmachen. Es wurde nicht mehr gegossen, alles verdorrte und lag bis zum nächsten Frühjahr brach. So möchte ich das diesmal aber nicht. Mein eigens dafür in Beschlag genommener Pflanzbalkon macht mir soviel Freude, das ist einfach zu schade. Außerdem geht mir die Stimmung seit einigen Jahren eben immer im Herbst so in den Keller, ich trauere dem schönen Sommer hinterher. Da muß einfach Abhilfe geschaffen werden, basta! Wenn es also beim Blick aus den Fenstern weiterhin was Schönes zu sehen gibt, ich weiterhin an der frischen Luft eine Aufgabe habe, dann kann sich das eigentlich auch nur positiv aufs Gemüt auswirken. Werde da aber gern auch nochmal zu berichten.

 
Am Sonntag schlenderte ich ungeplanter Weise mit einer Bekannten über den örtlichen Flachsmarkt - richtig schön traditionell, dörflich und natürlich absolut überfüllt. Der spontane Besuch bescherte mir das erste Stück meiner noch zu drapierenden Herbstdeko für dieses Jahr. Ich weiß schon, auch da hinke ich gerade akut hinterher. Immerhin ist der Altar schon für Mabon eingedeckt, das war mir zunächst das Wichtigste gewesen. Der Rest soll eigentlich an diesem Wochenende nachfolgen. Mal schauen wieviel ich schaffe und wozu ich wirklich Lust habe. Denn der Balkon will ja auch bepflanzt werden, wie gesagt. Jedenfalls stieß ich zum totalen Schnäppchenpreis auf einen wirklich hübschen Hexenbesen, der nun bereits neben unserer Wohnungstüre im Hausflur lehnt.



Am Wochenende konnte ich tatsächlich trotz der bereits herab gesegelten Blätter noch offene Schuhe tragen, hehe. Sicher aber auch das letzte Mal für diese Saison. Gehe ich zumindest mal von aus. Wie auch immer, das soll es eigentlich von meiner Seite aus für heut gewesen sein. Ich hätte zwar noch ein bißchen was zu erzählen, aber das läuft ja nicht weg bis zum nächsten Mal. Statt eines Rituals oder Ernteessens also im Hexengärtchen gewerkelt.  Für mehr ist aktuell grad einfach keine Energie mehr übrig. Aber das ist schon ok. Gerade die Beschäftigung mit der Natur und den eigenen Lebensphasen ist es ja irgendwo auch, was das Hexentum ausmacht. Da wird auch schon mal passend gemacht, wir sind ja flexibel und vor allem frei fliegend. Natürlich wird bei Gelegenheit - vermutlich Anfang Oktober - auch noch ein Erntesegen folgen. Kommt Zeit, kommt eben auch Rat. 

 
Lasst es Euch also auch gut gehen. Überlegt Euch eigene Strategien, um die kalte Jahreshälfte so angenehm wie möglich zu gestalten. Habt Ihr all die gesteckten Ziele erreicht? Konntet Ihr ernten, was Ihr ausgesät hattet? Wo wollt Ihr noch hin? Was ist noch zu tun, wo wartet Arbeit, bis im Winter Ruhe einkehren darf bzw. soll? Wofür dürft Ihr dankbar sein...? Fragen über Fragen. Wie  es halt so ist, zu Mabon wird Bilanz gezogen.

Montag, 5. September 2016

Altweibersommer

Einmal mehr sind die Monate wie im Flug vergangen, der Sommer 2016 steht vor seinem Ende. Die ersten Blätter an den Bäumen haben sich bunt verfärbt und segeln in den kühler werdenden Abendwinden herab. Am Tage hat die Sonne noch immer viel Kraft, doch sind die warmen Stunden deutlich weniger als noch vor vier Wochen. Schon schweben Spinnen an schillernden Fäden, bauen hauchfeine, glitzernde Netze oder verkrümeln sich in trockene Wohnstuben. Zeit also eine erste Bilanz für dieses Jahr zu ziehen, Danke zu sagen und sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass die dunkle Jahreszeit ganz unmittelbar bevor steht. Die zweite Ernte liegt im September bereits an, Mabon wirft seine Zeichen voraus.

Ein Teil von mir ist noch nicht so weit. Sehnt sich nach mehr Licht und Wärme, mag die Hitze und langen, lauen Abende nicht loslassen. Aber wann hätte die Natur sich je darum geschert was wir kleinen Menschlein erwarten...? Also beuge ich mich. Der ewige Kreislauf steht niemals still, das Rad des Jahres zieht seine Bahnen, fügt sich ein, tanzt in der Spirale der Göttin seinen immerwährenden Takt. Eins mit dem Rhythmus des Schicksals und verbunden im Netz des Universums verläuft jedes einzelne Leben in endlosen Wellen... Einatmen und Ausatmen. Nach Außen gehen, wieder zurück ziehen. Auf Aktivität folgen Ruhephasen. Eigentlich so natürlich und doch häufig schwer einzusehen.

Die Gezeiten von Mutter Natur führen geradewegs in den Herbst. Keine leichte Zeit für die melancholischen Seelen. Der Ruf von Mutter Hekate wird laut. Als Weise Alte steht sie am Wegesrand, fordert uns auf zu überdenken, einzukehren in die Stille und Dunkelheit. Also nehme ich langsam Abschied...


Von goldenen Abendhimmeln, summenden Bienchen,
 Vogelzwitschern, flirrender Hitze, leichter Kleidung, Tagen im Freien, Lesestunden auf der Terrasse und tropischen Nächten...


Dafür werde ich...
Kreativen Projekten nachgehen, frische Blumen aufstellen,
dampfenden Tee trinken, wieder mehr lesen und schreiben,
den Balkon-Hexengarten herbstlich bepflanzen,
Räuchern und Kerzen entzünden, die Seele baumeln lassen.
Die grellen Farben des Sommers weichen nun den 
kräftig-dunklen, warmen oder samtigen Herbsttönen.
Das Licht draußen ist bald auch nicht mehr stechend scharf,
sondern golden, sanft und zart.
Wassermelonen weichen aus den Supermärkten,
um Feldfrüchten wie Kürbissen Platz zu schaffen.
Im Gewöhnlichen das Besondere sehen, sagt eine liebe Vertraute von mir gern.
So halte ich es ebenfalls sehr gern.
Schaue voller Freude zurück zu den wundervollen Stunden mit den Miezen,
die wir auf der sonnigen Terrasse verbringen durften.
Auf Kniffelspiele und Leckereien vom Grill mit meinem Liebsten.
 Post und Geschenke oder kleine Aufmerksamkeiten 
von meinen Freundinnen.
Nicht nur die materiellen, sondern auch Vertrauen, ehrliches Interesse,
Verständnis, Mitgefühl, offene Ohren, Humor und schönes Miteinander. 
 Eiscreme und Eiskaffee oder andere Erfrischungen
werden abgelöst von saisonalen Köstlichkeiten wie Flammkuchen
oder Federweisser. Ich kann mich an einem Teller voll frischer Tomaten
ebenso erfreuen wie an einem saftigen Burger mit Fritten von McDoof.
Kommt halt immer drauf an. Wieviel Zeit frau hat, worauf gerade Lust.
Was Körperchen braucht, soll Körperchen haben.
Beizeiten jedenfalls gern öfter mal wieder selbst Gekochtes.
Kommt Zeit, kommt Rat. So ist das wohl.
Ich darf mich an den Erinnerungen eines schönen Sommers erfreuen und dankbar sein für so unglaublich Vieles. Habe in den letzten Wochen und Monaten womöglich mehr über mich gelernt als in Jahren zuvor. Löse die Knoten der Vergangenheit, schäle mich aus dem Kokon, den meine Ahnen für mich gesponnen haben. Der nächste Frühling kommt sicher, egal wie weit entfernt er auch erscheinen mag. Also sammle ich weiter Erfahrungen, lerne mich noch ein Stückchen besser kennen und sehe voller Spannung in die Zukunft, die der Herbst und Winter bringen werden. Vor Allem vermutlich auch endlich wieder etwas mehr Zeit zum Bloggen. Wenn die Sonne draußen nicht mehr lockt fällt es doch ein wenig leichter auf der Couch zu hocken und es drinnen gemütlich zu machen. Lasst es Euch gut gehen, Ihr Lieben, bis bald!

Montag, 22. August 2016

Talismane und andere Glücksbringer

Ich weiß nicht ob ich es bereits erwähnt hatte, aber vor einigen Wochen riss leider ganz unvermittelt meine Oshun-Kette, die ich von > Ash < und > Trish < geschenkt bekommen hatte. Wie aus dem Nichts kullerten plötzlich die gelben und weißen Perlen, die ich am linken Handgelenk getragen hatte, durch das ganze Badezimmer. Da stand ich wie der Ochs vorm Berge und es blieb mir nichts anderes übrig, als sie alle einzusammeln. Wenigstens habe ich eine neue Bestimmung für sie gefunden, denn sie werden wenn ich mich endlich dazu aufraffen kann sie fertig zu stellen als Füllung für meine erste eigene schamanische Rassel dienen. Jedenfalls fühlte ich mich auf einmal völlig nackt und kahl ohne 
mein Armband, 
etwas anderes mußte her.

Es begab sich, dass ich bereits eine Weile vorher schon ein anderes Armbändchen von den beiden Mädels geschenkt bekommen hatte. Aus grünen und braunen Bändchen mit einem vierblättrigen Klee als Anhänger dran, von Coppenrath. Es wartete bis dato noch auf seine Bestimmung und so besann ich mich darauf. Eines schönen Tages, am 10. Juli, um genau zu sein, nahm ich es und band es gleich am frühen Morgen an unseren Sonnenschirm. Wieso das? Wäre ja jetzt eine berechtigte Frage. Ganz einfach: Ich wußte - oder ging zumindest ganz schwer davon aus - dass es ein sehr schöner Sonntag werden würde. Sonnig heiß, ohne Verpflichtungen, aber mit jeder Menge angenehmer Planung versehen.

Die einfachsten Dinge vergessen wir häufig, obwohl sie so zum Greifen naheliegend sind. Ich erinnerte mich an die Bernsteinschiffe aus meiner heiß geliebten Ostsee-Trilogie. Wie die kleinen Boote samt ihrer uralten Rümpfe aus versteinertem Harz mit Erinnerungen gefüttert worden waren, die sie seit her bewahrten und lebendig hielten. Nichts anderes ist es in der Magie. Wenn Du die Absicht hast einen Gegenstand mit einer bestimmten Energie aufzuladen, sie darin zu konservieren und damit festzuhalten, dann tu es einfach. Du ganz allein bestimmst und entscheidest womit Du Deinen Talisman aufladen möchtest. Nichts anderes ist es ja nämlich eigentlich. Im Gegensatz zu einem Amulett, das in der Regel schützende, abwehrende oder heilende Eigenschaften bringen soll, ist der Talisman quasi schlicht ein Glücksbringer. Das kann alles sein. Ein Urlaubs-Souvenir beispielsweise wirst Du vermutlich für immer von ganz alleine mit all den schönen Erinnerungen an Deine Reise in Verbindung bringen. 

Wenn Du die schönen, weil kostbaren kleinen Dinge des Alltags einfangen möchtest, dann kannst Du greifen wozu auch immer Dein Herz sich gerade angetan fühlt. Ich entschied mich also für das Kleeblatt von meinen Freundinnen - den Glücksbringer schlicht hin. Er trug ja bereits die guten Absichten meiner Mädels in sich, mir Freude zu bereiten und ein gewogenes Schicksal. Ich brauchte nichts weiter zu tun, als ihn mit einem unvergesslichen Tag zu füttern. Ich hängte ihn auf, mitten in die Sonne. Denn die liebe und brauche ich für meine Seele. Sie wärmt mich, hebt meine Stimmung, gibt mir Kraft. Der gesamte Tag war prädestiniert meine Batterien aufzuladen. Ich packte noch hinein die Liebe meines Mannes, wie die Gesellschaft und Zuneigung unserer Katzen. Die Freude, die ich beim Malen meines Sommerbildes vom Meer empfunden hatte. Denn eben dies entstand an genau jenem Tag.

Die lustige Kniffel-Partie wanderte mit hinein und noch dazu der gute Rum, den wir uns gönnten, weil mein Mann noch frei hatte. Der köstliche Eiskaffee gesellte sich dazu, die Leckereien vom Grill, das Gefühl von Freiheit, die wundervolle Hitze der sommerheißen Luft auf meiner Haut. Die Ostsee-Trilogie von Patricia Koelle kam mit hinzu - es wurde der perfekte Sommertag. Bewahrt für alle Zeit in einem Anhänger, den ich seit dem an meinem linken Handgelenk trage. Ist das nicht eine wundervolle Vorstellung? Wenn ich das Kleeblatt anschaue, dann fühle ich wieder die Wärme, höre das Lachen, das vom Fußballplatz rüber weht. Rieche die Acry-Farben, höre die Würfel auf dem Tisch klackern und spüre das seidige Fell der Katzen an meinen Händen. Das leicht beschwipste Gefühl vom Cuba Libre steigt auf, die gesamte Unbeschwertheit des Sommers.

Ich habe mich übrigens ganz bewußt für eine Szene mitten aus dem Alltag entschieden. Von einem Tag am Meer, einer ganz besonderen Reise oder meiner Hochzeit ect. gibt es genügend andere Erinnerungsstücke. Es ging ja genau darum einen Ort zu schaffen, eine Zeit herauf zu beschwören, einen Tag einzufangen, an dem ich meinen Frieden gefunden hatte, die berühmte innere Mitte.

Ein Talisman muß nichts Abstraktes sein, mit Knoten und Runen und Knochen und Blut, Kräutern, Stein und Silber. Natürlich geht auch das. Es kommt einfach nur darauf an, was ihr Euch wünscht. Was Ihr erschaffen oder anziehen möchtet. Und dieses Kleeblatt an meinem Arm beherbergt nun meinen persönlichen Kraftort. Mein "kleines", eigenes, ganz persönliches Glück. Nicht das Meer oder meinen kleinen Balkon-Hexengarten, keinen Wald, besonderen Baum oder die Asche eines Wunsch-Feuers. All dies ist möglich, doch ich wollte meinen Ruhepol aus dem Alltag jederzeit bei mir tragen können. Den Moment und den Ort, an den ich mich wünsche, wenn die Welt dort draußen regnerisch ist, hektisch oder bedrohlich. Wenn alles zuviel wird. Dann bin ich genau dort heil...


Genau das können wir jederzeit zu uns holen und erschaffen. Wichtig ist die klare Absicht. Wisse was Du willst und was Du brauchst, sieh es, fühle es, erlebe es - und dann fang ein Stückchen davon ein. Halt es fest, sieh es an, fasse es an, erinnere Dich, fühle was Du gefühlt hast. Mit allen Sinnen. Sei dankbar und wisse dass der Ort, die Zeit, für immer existieren. In Dir und in diesem Talisman. Was Du auch  wählst, Du wirst es wissen.

Sprich es aus: Sage dem Talisman wofür Du ihn bestimmt hast, was alles er fortan für Dich tragen soll. Lasse ihn die Situation mit Dir gemeinsam erleben. Am Ende des Tages lege ihn an (stecke ihn ein, was auch immer) und sei Dir sicher, daß alles bewahrt ist. Weihe Deinen Glücksbringer, hauche ihm Leben ein, beräuchere ihn, sing für ihn, sprich zu ihm. Es gibt kein anderes Rezept als das, welches Du für Dich entscheidest.
 

Montag, 8. August 2016

HEXENbesen ZAUBERkraut

Wie versprochen wollte ich Euch ja auch mal wieder ein Buch von Luisa vorstellen. Da es schon ein paar Jahre älter ist, kennt es sicherlich bereits die eine oder andere. All denjenigen, die es noch nicht gelesen haben, kann ich es einmal mehr nur wärmstens empfehlen und ans Herz legen. Es ist sicherlich töfte für Einsteigerinnen, aber ebenso unterhaltsam wie interessant auch für wilde Weiber, die bereits auf den alten Pfaden wandeln. In > meiner Rezi < bei den Amazonen erfahrt Ihr wie immer mehr. Und um die Neugierde noch ein wenig anzuheizen, hier die obligatorischen Zitate von Frau Francia:

"Magie bedeutet imaginieren, sich ein Bild machen,
gestalten und dadurch Verbindung zur Urkraft herstellen 
und sich mit Symbolen, Worten, Tönen und Gesten ihr nähern."

"Dass alles, was ich von mir absondere, immer noch Teil von mir
bleibt und alle Informationen über mich enthält, ist nicht nur
in die magische Praxis seit Ishtar und Lilith 
(nicht Adam und Eva, für die gibt´s keine archäologischen Beweise)
eingegangen, auch die moderne Gen-Technologie arbeitet damit." 

"Salopp gesagt ist demnach auch eine Kirche ein Fetisch,
im afrikanischen Sinn ein bohou, ein Wohnort des Göttlichen,
denn auch in der Kirche wird Gott angerufen und gebeten,
hier zu wohnen."

"Magie, wie ich sie verstehe und definiere, die Kunst
mit allen Wesen zu kommunizieren und in Eigenverantwortung
(selbst Antworten finden heißt das) zu rufen, zu binden, zu bannen,
zu lösen und zu wandeln, braucht vor allem eine uralte
Fernwahrnehmungsfunktion - die Intuition."

"Die Wirklichkeit, wie sie uns erscheint, ist eine allgemeine
Abmachung. Mit der Intuition gleiten wir hinter die
vereinbarten Formen und entdecken die Energie, 
die alles zusammenhält."

"Geister, Dämonen, Naturgeister lassen sich nicht so einfach
in menschliche Wertesysteme einordnen. Sie verstärken oft
die Stimmung, den Zustand, in dem Menschen sich 
gerade befinden."